CHIOS/ZMSBw Workshop: Militärattachés als außenpolitische, binnenmilitärische und nachrichtendienstliche Akteure im Zeitalter der Weltkriege

Event Information

Event date

Tue 10.11.2026 - Wed 11.11.2026

Venue

Zentrum für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr (ZMSBw)

Organizer/s

CHIOS/ZMSBw

Workshop des Zentrum für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften (ZMSBw) in Potsdam in Kooperation mit dem Centre for History, International Order & Strategy (CHIOS) der Helmut-Schmidt-Universität, Universität der Bundeswehr Hamburg am 10. und 11. November 2026 in Potsdam

Vom 10. bis zum 11. November 2026 findet am Zentrum für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften (ZMSBw) in Potsdam in Kooperation mit dem Centre for History, International Order & Strategy (CHIOS) der Helmut-Schmidt-Universität, Universität der Bundeswehr Hamburg ein Workshop zum Thema „Militärattachés als außenpolitische, binnenmilitärische und nachrichtendienstliche Akteure im Zeitalter der Weltkriege“ statt. Der Workshop verfolgt das Ziel, aktuelle Forschungsperspektiven zusammenzuführen und Forschende zu vernetzen, um den Untersuchungsgegenstand Militärattachés systematisch in den Blick zu nehmen.

Thema und Ziele

Militärattachés agierten im Zeitalter der Weltkriege an der Schnittstelle zwischen Militär, Politik und Nachrichtendiensten. Sie waren sowohl Vertreter ihrer Streitkräfte und ihres Entsendungsstaates im Ausland, als auch Bindeglied zwischen Diplomatie, Militär und Nachrichtendiensten im eigenen Lager. Militärattachés übten mit ihrer Berichterstattung, aber auch mit konkreten Handlungen vor Ort Einfluss aus.

Die Einschätzung fremder Wehrpotentiale durch die Feindaufklärung einschließlich des Militärattachéwesens lieferte im Zeitalter der Weltkriege einen wichtigen Baustein für das Kriegsbild und bildete einen relevanten Bestandteil der Planungshorizonte der Führungsebene in Staat und Militär. Überdies fungierten Militärattachés als Scharniere in den bilateralen Beziehungen zu befreundeten/verbündeten und neutralen Staaten, in dem sie im Rahmen von Koalitionskriegführung und multinationaler Planung moderierten, vermittelten und Interessenausgleich betrieben.

Dabei konnten Militärattachés, wie erste Forschungsergebnisse zeigen, aufgrund ihrer räumlichen Entfernung zur Zentrale oftmals eigenständig agieren und sich im Fortlauf von Konflikten und Kriegen Handlungsspielräume schaffen – oftmals sogar gegen Widerstände von Seiten der zivilen Berufsdiplomaten.

Der Zweck der Tagung ist es, den Forschungsgegenstand Militärattachés als selbstständige Akteure im System Militär in Diktatur und Demokratie auszuloten, um so die Voraussetzung für eine systematische Analyse zu schaffen.

Der Workshop ist explizit als partizipative Veranstaltung konzipiert und richtet sich an Forschende aller Qualifizierungsstufen. Die Konferenzsprachen sind Deutsch und Englisch. Eine digitale Teilnahme ist nicht möglich. Teilnahme-Voraussetzung ist ein laufendes oder abgeschlossenes Forschungsprojekt mit Berührungspunkten zur Thematik Militärattachés im Zeitalter der Weltkriege.

Interessierte sind höflich dazu aufgerufen, ein Exposé ihres Forschungs-Projektes (maximal 1000 Zeichen) und einen CV einzureichen. Für den Workshop ist eine Projektvorstellung von 15 Minuten pro Teilnehmenden vorgesehen. Bitte richten Sie Ihre Bewerbung bis zum 01.07 2026 an tobias1pech@bundeswehr.org.

Reisekosten können in Anlehnung an das Bundesreisekostengesetz übernommen werden.
Programm

Der Workshop findet von Mittag zu Mittag („Noon to Noon“) am ZMSBw in Potsdam statt.

Zu Beginn des Workshops stellen alle Teilnehmenden ihre Forschungsprojekte vor.

Drei Panels mit den Themen

1) Militär und Außenpolitik (Prof. Dr. Michael Jonas, Helmut-Schmidt-Universität Hamburg),

2) Potential-Beobachtung und -Abschätzung (Dr. Magnus Pahl, ZMSBw)

3) Nachrichtendienst (Prof. Dr. Rüdiger Bergien, HS Bund, Berlin)

unter jeweiliger Beteiligung der Teilnehmenden sollen die verschiedenen Facetten des Untersuchungsgegenstands ausloten. Die Abschlussdiskussion (Dr. habil. Markus Pöhlmann, ZMSBw) wird Themen und Forschungsperspektiven des Untersuchungsgegenstandes zusammenführen.

Eine Abendveranstaltung bietet die Möglichkeit zum vertiefenden Austausch.

Kontakt: tobias1pech@bundeswehr.org

Weitere Informationen und Registrierung über den Link: